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Rundschaubericht vom Freitag, 03.07.2009, Bericht: Klaus Michael Osswald


Gaildorf im Doppelpack - Ereignisreiches Wochenende -
Gaildorfer Bluesfest und Gaildorfer Samstag

 
Mit „Nathan & The Zydeco Cha Chas“ hat die Kulturschmiede beim 20. Bluefest einen Volltreffer gelandet. Auch das Programm der 21. Ausgabe des Festivals kann sich sehen lassen. Foto kmoSelbst Gaildorfer Honoratioren sind auf das Bluesfest stolz, das heute Abend auf der Kocherwiese beginnt. Und Bluesfreaks freuen sich auch auf den morgigen Gaildorfer Samstag. So ändern sich die Zeiten.
 
Zwei grundverschiedene Erfolgsgeschichten, und - alle zwei Jahre wieder - ein gemeinsamer Termin: Wenn morgen am frühen Abend der zweite Teil des inzwischen 21. Gaildorfer Bluesfests beginnt, neigt sich der nunmehr 25. Gaildorfer Samstag seinem Abschluss entgegen.

Ist vor Jahren noch von beiden Veranstaltern das Zusammentreffen der eigentlich grundverschiedenen Großereignisse am ersten Juli-Samstag mit Skepsis zur Kenntnis genommen worden, scheinen inzwischen auch die letzten Zweifel an der Feststellung ausgeräumt zu sein: Gaildorfer Bluesfest und Gaildorfer Samstag tun einander nicht weh. Mehr noch: Sie tun sich gegenseitig sogar recht gut. Auf der Kocherwiese das große Festival von Weltruf, unweit davon pulsierendes Leben in und um die Ladengeschäfte der City, auf der zur zeitlich befristeten Fußgängerzone Karl- und Kanzleistraße - dies verleiht dem
12.500 Einwohner zählenden Städtchen Gaildorf einen "Hauch von Urbanität", wie vor Jahren eine große überregionale Tageszeitung erstaunt feststellte.

Dabei hatten es die "Väter" beider Veranstaltungen anfangs recht schwer, sich durchzusetzen. Am meisten die Kulturschmiede, als sie Ende der 1970er Jahre gegen viele Widerstände - auch bürokratischer Art - selbstbewusst die ersten Bluesfest-Schritte tat. Alteingesessene nörgelten in einer Art und Weise, die den Untergang des Abendlandes befürchten ließ.

Doch die Macher schmiedeten unverdrossen weiter, entwickelten das kleine, aber feine Bluesfest zu einem Festival ersten Ranges, ohne dafür dessen familiären Charakter zu opfern. Zunächst jedes Jahr, später - wegen des ungeheuren Aufwands - nur noch alle zwei Jahre, zählt das Gaildorfer Bluesfest längst zu den ganz großen Events der internationalen Szene.

Nicht gar so groß waren die Hürden, die der Handels- und Gewerbeverein 1985 zu nehmen hatte. Es waren eher Probleme der "Hausmacher Art": Fast einhellig begrüßt wurde die Absicht, durch Aktionen für mehr Leben in der Innenstadt zu sorgen. Doch diejenigen, die an den Erfolg des ersten Konzepts glaubten, waren vor der Premiere noch in der Minderheit. Einzelne Geschäftsleute fürchteten den hohen Aufwand, den alle Mitwirkenden zu leisten hatten, um die Veranstaltung zum Erfolg zu führen. Doch auch hier machte sich die Hartnäckigkeit bezahlt.

Der "Gaildorfer Samstag" - inzwischen unter Mitwirkung der Stadt organisiert - ist zur Marke gereift, zum wahren Publikumsmagneten, der Besucher nicht nur aus allen Teilen der Region anlockt: Aus ganz Deutschland und den angrenzenden Staaten kommen die Menschen, die sich an diesem ersten Juli-Samstag beides "reinziehen" möchten: das Gaildorfer Bluesfest und den Gaildorfer Samstag.

 

Vor dem Bluesfest: Die letzten Meldungen

Beste Stimmung beim Gaildorfer Bluesfest: Alle zwei Jahre pilgern Fans aus allen Teilen Europas an den Kocher, um zwei spannende wie kurzweilige Tage zu verbringen und Bluesmusik vom Feinsten zu genießen. Archivfoto: OßwaldDie Kulturschmiede meldet Besetzungsänderungen: In der Band von Shakura S’Aida wird Russell Jackson, langjähriger Bassist des B.B. King-Orchestra, Howard Ayee ersetzen. Für Shamakah Ali sitzt Dave Patel am Schlagzeug. In der Band von Coco Montoya spielt Randy Hayes das Schlagzeug, angemeldet war ursprünglich Jerry Angel. Shakura und Montoya gehören übrigens zur "Blues Caravan" 2010 von "Ruf records".

Und wo wir schon beim "Namedropping" sind: Felton Crews, der Bassist von "Chicago Blues - A Living History", war 2005 mit Tutu Jones in Gaildorf und hat auch einige Jahre mit Miles Davis gearbeitet. Und "Chicago Blues"-Drummer Kenny "Beady Eyes" Smith ist der Sohn von Willie "Big Eyes" Smith, der 1993 beim Bluesfest getrommelt hat und im Film "The Blues Brothers" in einer Straßenszene mit John Lee Hooker zu sehen ist.

 

Jede Menge Blues - Bands bereichern das Programm in der Stadt -
Tagsüber herrscht beim Bluesfest auf der Kocherwiese Ruhe – nicht so in der Stadt. Hier werden zum Gaildorfer Samstag zahlreiche Bands das Programm bereichern.

Das Kaffeehaus am Schloss ist eine gut bekannte Station für fetzige Auftritte. Das gilt um so mehr, wenn Gaildorf fest in der Hand der Bluesgemeinde ist. Noch gut ist das Jahr 2006 mit dem Auftritt von Fat Harry’s Band in Erinnerung.
Auch in diesem Jahr steht das musikalische Angebot im Kaffehaus ganz im Zeichen des Blues. Von 12 bis 17 Uhr soielen das Duo „Me & The Devil“ und die „K.D. Blues Band“.
Das Duo „Me & The Devil“ mit Artur Braitsch (Guitar, Vocals) und Jörg Teichert (Guitar, Vocals) geht auf einen Robert Johnson-Titel zurück. Dieser hatte sich dem akustischen Blues verschrieben und erspielte sich in seiner Heimatstadt Mannheim bereits Kultstatus.
Die Jungs von der „K.D. Blues Band“ spielen ausgesuchte Klassiker und eigene Songs aus dem weiten Feld des Blues. Das Repertoire reicht von traditionell bis modern, von Louisiana bis Chicago.
Auch die „Brassbox“ hat sich beim Kaffehaus angesagt. Die Band überzeugt mit dem „besonderen Nichts“, sofern man denn Soul, Swing und Boogie als Nichts bezeichnen möchte.

Auch an anderen Orten der Stadt ist beim Gaildorfer Samstag für Musik gesorgt. Beim „Brandenburger Törle“ sind die „Rollics“ im Einsatz. Rainer Gluska aus Burgstetten (Vocals, Bass) und Hartmut Guntrum aus Fellbach (Drums) standen zusammen mit Hans Bodo Hartmann aus Freiburg (Guitar, Vocals) und Wolfgang Eppler aus Schwenningen (Piano, Keyboard, Saxophon) schon beim „Five long years“ des SWR-Fernsehens live auf der Bühne.

Wenn der Gaildorfer Samstag ausklingt, empfiehlt sich ein Besuch auf der Kocherwiese beim 21. Bluesfest der Kulturschmiede. Die ersten Musiker sollen schon am Montag eingetroffen sein. Coco Montoya und Shakura S’Aida waren die Ersten. Heute und morgen herrscht bei der Kulturschmiede Hochbetrieb. Für den Aufbau hatten sich diese Woche rund 50 freiwillige Helfer in den Dienst des Vereins gestellt, während des Festivals sind es dann noch einmal rund 100 mehr sein. Der Ablauf ist so durch strukturiert, dass entspannt gearbeitet werden kann: Die beiden Zelte wurden schon am vergangenen Wochenende aufgebaut; am Dienstag stand bereits die Bühne, die Anschlüsse wurden gelegt und Oliver Burmester rückte mit seiner Lichtanlage an. Man wollte die Bühne besser ausleuchten, auch wegen der wachsenden Zahl der Fotografen. Auch am Sound wurde eifrig gebastelt: Die Firma Media Tech aus Weissbach, die das Bluesfest seit Jahren beschallt, hat die P.A. am Mittwoch geliefert. Die Hochtöner werden beim 21. Bluefest erstmals nicht mehr aufgestellt, sondern gehängt. Das soll besser klingen. Man tut also, was man kann – und wenn’s trotzdem nicht wie gewünscht klingt, kann’s auch mal an den Musikern liegen. Die kriegen, obwohl’s eigentlich gewünscht war, keinen Flügel, dafür aber die edle Hammond B 3 mit Leslie, die Volker „Wolfman“ Kunschner der Kulturschmiede bei Bedarf – also mindestens bei jedem Bluefest – zur Verfügung stellt. Der erste Soundcheck ist für den heutigen Freitag geplant: Ab 14 Uhr haben die Musiker jeweils eine Stunde Zeit – und dann darf man bei der Kulturschmiede langsam nervös werden.

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