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5.
Gaildorfer Bluesfest
Leider konnte in diesem Jahr der Hof des Alten Schlosses wegen Renovierungsarbeiten
nicht benutzt werden, so mußte man in den Hof der Parkschule
ausweichen, der allerdings den Vorteil der Wetterunabhängigkeit
besitzt, was man besonders bei den Regenfällen am Samstag zu
schätzen lernte.

Little Willie Littlefield
Als
Anheizer fungierte Little Willie Littlefield, ein legendärer
R&B-Mann der 50er Jahre. Mit seiner musikalischen Vergangenheit
verbinden ihn kaum mehr als Erinnerungen und nur gelegentlich spielt
er Hits aus seinem damaligen Programm. "Kansas City" etwa,
oder "Ruby, Ruby", beides seine eigenen Kompositionen,
um deren Tantiemen er aber leider betrogen wurde. Heute versteht
er sich mehr als Entertainer und breit gestreut ist sein Repertoire.

Delta Blues Band
So angeheizt hatte es die Delta Blues Band aus Münster leicht.
Ihre deutschen Texte, kritisch und engagiert, heben diese Band aus
den
zahllosen weißen Gruppen heraus, die sich dem Chicago-Blues
verschrieben haben. Ihr "Amerika-Blues" war vielen aus
dem Herzen gesprochen, und Pianist "Lone Cat" Erichson
lieferte am Schluß noch einige hervorragende Kostproben von
traditionellen Stücken.

Stormy Monday Bluesband
Nach
der Samstagnachmittag-Blues-Session eröffnete die Stormy Monday
Bluesband aus Essen das Abendprogramm. Mit Annette Cimiotti hatte
man hier endlich einmal eine Sängerin, die den Blues mit klarer,
kräftiger Stimme sang, ganz ohne übertriebenes Kreischen
und Stöhnen. Das Repertoire bestand zum Großteil aus
Chicago-Blues-Stan-dards, etwas mehr Mut zu stilistischen Seitensprüngen
hätte nicht geschadet.

Richard Bargel
Richard Bargel besitzt einen guten Ruf als Bottleneck-Gitarrist
und in Gaildorf zeigte er, welche ursprüngliche, elementare
Kraft in den älteren Bluesstilen liegt. Titel von Son House
oder vom frühen Muddy Waters haben nichts von ihrer Zauberkraft
eingebüßt. Richard Bargel ist einer der wenigen weißen
Bluesmusiker, die den Country-Blues glaubhaft spielen können.

"Mighty Flea" Connors
"Mighty Flea" Connors verbindet man vor allem mit der
Johnny Otis Show. Er präsentierte sich als glänzender
Unterhalter voller Dynamik und Kraft. Connors hatte ein eigenes
Quartett zusammengestellt (noch viele Jahre später schwärmte
er von dieser Besetzung) und bewegte sich musikalisch in allen Bereichen
der populären
Musik: da steht Little Richard neben Gershwin, da gibt es ein Stevie
Wonder Medley und ausdrucksvolle Balladen. "Mighty Flea"
war mit seiner Band schlechthin der ideale Ausklang für ein
Bluesfest, bei dem Stimmung und Spaß im Mittelpunkt standen:
"There's good rockin' tonight" war die Devise.
Weitere interessante Bluesfest-Bilder gibt's
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