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Programmübersicht 1995Rückblick 1995

 

14. BLUESFEST 1995 - RÜCKBLICK

 


Splitter vom 14. Gaildorfer Bluesfest 1995
Text: Klaus Michael Oßwald - Rundschau, Uwe Hopf - Trottwar.
Belgien, Niederlande, Frankreich, Schweiz und allerlei heimische Blueshochburgen – das ist die Heimat Tausender von Fans und Freaks, die am heißen Sommerwochenende zusammen mit über 40 Musikern die Kocherwiese zum Mississippi-Delta umfunktionierten. Das 14. Gaildorfer Bluesfest war kultureller Meilenstein und lebenslustiges Happening zugleich. Wieviele Besucher zum Blues-Mekka pilgerten, konnte nicht exakt ermittelt werden, jedoch liegt die Zahl irgendwo zwischen 6500 und 8000, was einen neuen Rekord bedeutete. Etliche Besucher sparten nicht mit Komplimenten im Hinblick auf das Programm, das sowohl ausgewogen als auch vom ersten bis zum letzten Schlussakkord clever komponiert worden war.


Weitere interessante Bluesfest-Bilder gibts auf folgender Seite: www.bluesbox.de

 
           
  
Mississippi Heat

Die vom Harmonica-Spieler Pierre Lacocque gegründete Band eröffnete den Festivalreigen mit traditionellem Blues der 50er Jahre. Die stimmgewaltige Sängerin Deitra Farr sorgte bereits für erste Höhepunkte.

Deitra Farr – vocals
Billy Flynn – vocals, guitar
Bob Stroger – bass
James Wheeler - vocals, guitar
Pierre Lacocque – harp
Allan Kirk – drum

. 


 

Mississippi Heat - Deitra Farr Deitra Farr
 


             
 
Al Copley
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  Al Copley
 
Al Copley Duo

Heiß in jeder Hinsicht wütete der Schrecken aller Pianos, Al Copley: Mal hart, mal sanft streichelte und schlug er die Tasten, quälte er das Manual mit schnellem Boogie-Woogie, setzte die Stiefelabsätze ein und verhalf so, etwa „New Central Avenue Breakdown“, Klassikern zu ungeahnter Wirkung. Drummer Tommie Harris hatte größte Mühe, den Hexenmeister am Klavier rhythmisch zu lenken.

Al Copley - piano, vocals
Tommie Harris -
drums

 
             
 
Rod Piazza & The Mighty Flyers

Als kreative Meister ihres Metiers erwiesen sich einmal mehr die legendären Mighty Flyers um Harmonica-Talent Rod Piazza, die bereits 1989 beim 11. Bluesfest ein sehr gutes Konzert ablieferten. Kraftvoller Westcoast-Blues, schnelle Stilwechsel, eindrucksvolle Instrumental-Dialoge und eine virtuose Piano-Lady (Honey Piazza) zeigten wahre Beifallsstürme. An allen Ecken des Zeltes die Resonanz – überall tanzende Freaks; nur wenigen Besuchern war es gelungen, stillzuhalten.

Rod Piazza - harp, vocals
Honey Piazza -
piano
Jimi Bott -
drums
Rick Holmstrom -
guitar
Bill Stuve -
bass

..
 
Rod PiazzaRod Piazza & the Mighty FlyersHoney Alexander
 

Rod Piazza

 

 

 

Rod Piazza & the Mighty Flyers

 

 

Honey Alexander

 
         
  Otis Grand        Otis Grand   Otis Grand & The Big Blues Band

Quasi als Dankeschön gab’s zu mitternächtlicher Zeit eine bestens konzipierte Lehrstunde in Blues: Otis Grand und seine Big Blues Band holten gedanklich die legendären Größen auf die Bühne – B. B. King, John Lee Hooker, Elmore James ... ein absolutes Meisterwerk.

Otis Grand - guitar
Roy Oakley - vocals
Junior Delams - drums
Chico Lopez - bass
Steve Diamond - keyboard
Mark Bradley - trumpet
Lee Badau - saxophone
 
       
 
Billy Branch and the Sons of Blues

Der Samstag gehörte von Anfang an den schwarzen Bluesern. Mit Billy Branch and the Sons of Blues kam schon bei der ersten Band Stimmung auf, die soliden Chicago Blues zu Gehör brachte mit guten Blues-Harp-Soli von Billy Branch.

Billy Branch – harp, vocals
Carl Weatherby – guitar, vocals
Moses Rutues – drums
Melvin Smith - bass

.
  Billy Branch Carl Weathersby
Billy Branch                         Carl Weathersby
         
  Chubby Carrier Chubby Carrier   Chubby Carrier &
    The Bayou Swamp Band

Good for the body, good for the soul, Blues from Louisiana and Rock’n’Roll – diesem Motto, das Chubby Carrier dem Auftritt seiner „Bayou Swamp Band“ voranstellte, wurden die Musiker aus Louisiana voll gerecht. Wer der Zydeco-Musik bisher skeptisch gegenüber stand, wurde im Nu von dieser fröhlichen Spielart des französich geprägten Ziehharmonika-Blues in Bann geschlagen. Es war schon erstaunlich, was für funkige Töne Chubby Carrier seiner Quetschkommode entlockte. Faszinierend auch das witzige „Zwiegespräch“ zwischen der Ziehharmonika und der Gitarre von Kelvin Pittmann. Die Spielfreude der Band, in der jeder Musiker mehrmals Gelegenheit zum Solo bekam, sei es der quirlige Waschbrettspieler Mike Chaission, der Vier-Zentner-Bassist Corey Duplechin oder Schlagzeuger Sammy Neal, griff schnell auf das Publikum über. Eine Super-Party-Band, die an diesem Tag noch allen Grund zur Freude hatte, weil der Ziehharmonikaspieler und der Schlagzeuger Geburtstag feierten.

Chubby Carrier -
accordion, vocals
Sammy Neal - drums
Mike Chaission - washboard
Kelvin Pittman - guitar
Corey Duplechin – bass
 
       
 
Lucky Petersen

Der jüngste Akteur des Abends, der 30-jährige Lucky Peterson, zog alle Register seines Könnens. In Machomanier und jugendlicher Respektlosigkeit vor der Ahnengalerie des Rhythm’n’Blues demonstrierte er – multitalentiert auf Gitarre und Orgel – seinen Anspruch, bald in einem Atemzug mit den Größten genannt zu werden. Hier eine Hommage an Muddy Waters, dort das Woodstock-Feeling mit Jimi Hendrix. Bisweilen etwas bläserlastig, verwischte die Band des Energiebündels sämtliche Grenzen innerhalb des Blues.

Lucky Petersen - guitar, organ, vocals
Brent Nance - drums
Walter Nelson - bass
Steve Diamond - keyboard
Boney Field jr. - trumpet
Richard Martinez - trombone
Bill Eden - saxophone
Todd Parsnow - guitar


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  Lucky PetersenLucky Petersen
Lucky Petersen Lucky Petersen
         
  Lonnie Brooks Ronnie Brooks (links, Ronnie Brooks, rechts) Lonnie Brooks (Foto oben)

Ronnie Brooks (li.) und
Vater Lonnie Brooks (re.)
(Foto unten)
  Lonnie Brooks

Absoluter Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Altmeisters Lonnie Brooks, der mit seinen klaren und harmonischen Gitarreläufen zeigte, dass er den Blues voll beherrscht, sei es den fetzigen, rockigen Blues oder die Klassiker wie „Hootchie Coochie Man“, „Stormy Monday“, oder „I got the key to the Highway“. Bestens ergänzt wurde er durch seinen Sohn Ronnie auf der Gitarre und den ebenso hervorragenden Keyboarder Tom Giblin. Die fröhliche Session aller schwarzen Blueser mit dem Titel „Sweet home Chicago“ spiegelte zum Schluss auch die Freude der Musiker über das Blues begeisterte Publikum in Gaildorf wieder. Ein unter die Haut gehendes grandioses Finale eines ebensolchen Festivals – so war (irgendwann nach 2 Uhr) mit „Something you got“ a la B. B. King die Gänsehaut perfekt. Nach und nach wurden Musiker aller Bands, die bereits gespielt hatten, auf die Bühne geholt und von der im Zelt tobenden Masse nicht mehr von ihr gelassen. Nicht nur vor sondern auch auf der Bühne wurde ein Fest gefeiert. Was hier zwischen Publikum und Musikern geschah, war unbeschreiblich.
Das Blues-Mekka Gaildorf entließ eine glückliche Fangemeinde.

Lonnie Brooks - guitar, vocals
Rodney Baker - guitar
Patrick Doody - drums
David Miller - bass
Tom Giblin – keyboard
 
         
 

„Zuhause werde ich Gutes von hier
zu berichten haben:
Leute ihr wißt wirklich wie man Feste feiert“.
(Chubby Carrier)

„Ob biedere Familienväter samt Anhang
oder Alt-Freaks in den letzten lila
Latzhosen, ob Mutter mit Kind oder
Harley-Fahrer mit Bierbauch – ein bunt
gemischteres Völkchen trifft sich
selten auf einem Fleck.
Sie alle sind gekommen, um einer Musik
zu lauschen, der noch immer – und nicht
zu Unrecht – der Ruf von Authentizität
und Ehrlichkeit anhaftet“.
(Uwe Hopf, „Trottwar“)

  Die Gaildorfer KocherwiesenTobende Zuschauer im Zelt  
 

 

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