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6000 Bluesfans fanden am 4. und 5. Juli zum 18. Bluesfest nach Gaildorf.
Das zweitägige Festival, das seit 25 Jahren von der Kulturschmiede
Gaildorf e.V. veranstaltet wird, dürfte mittlerweile zu den
wichtigsten seiner Art in Europa zählen. In den einschlägigen
Blues-Kreisen in den USA, wird gemunkelt, soll Gaildorf bereits
bekannter sein als Brüssel.
Das
schlägt sich auch im Programm nieder. In seiner 18. Runde war
das Gaildorfer Bluesfest aktuell wie selten. Noch bevor die ersten
Töne gespielt wurden, hagelte es Meriten: Sowohl "Magic
Slim and the Teardrops", die gemeinsam mit der Sängerin
Big Time Sarah auftraten, als
auch der Gitarrist Duke Robillard,
erhielten den W.C. Handy-Award als beste Band bzw. als bester Gitarrist
mit auf den Weg nach Gaildorf. Während Magic
Slim, Big Time Sarah and the Teardrops ein eher routiniertes,
auf Standards basierendes Konzert absolvierten, wird der hochvirtuose,
mit Jazzsplittern garnierte, druckvolle Auftritt der Duke
Robillard Band in die Annalen des Bluesfestes eingehen.
Harter
Gitarrenblues überwog beim Bluesfest. Besonders bejubelt wurde
die gescheit durch die Genres groovende
Larry Garner Band. Sherman Robertson, der mit einer kurzfristig
zusammengestellten Band für Clarence
Spady einsprang, dem die Ausreise aus den USA verweigert
worden war, brachte das Zelt mit einem hochemotionalen Konzert regelrecht
zum Toben. Begeistert aufgenommen wurde aber auch der Folkblues-"Ausreißer":
"Bo Weavil" - Guitar
Matt und Sleepy Vince - aus Frankreich beschworen mit Slide-Gitarre,
Harp, Stehbass und Schlagzeug die Musik von Fred McDowell und Konsorten.
Zum Publikumsliebling avancierte die Kenny
Neal Band mit gut gelauntem Highspeed-Blues. Gaststar
der Band war die Bluesharp-Legende Billy
Branch.
Der
hoffnungsvolle Nachwuchs kam aus Dänemark: die Mike
Andersen Band pflegt einen Blues der hymnischen Art a
la "Roomful of Blues". Überraschungsstar war "Sugar
Blue": Der Harpspieler erschien unversehens und
unangekündigt am Freitag mit einem Köfferchen voller Harps
und jammte sowohl mit Larry Garner
als auch mit Magic Slim und
Sherman Robertson. Eher enttäuschend
geriet der rockig-poppige Schluss-Auftritt von Carl
Weathersby, aus dem dann aber übergangslos eine
heiße Bluessession mit Sherman Robertson,
Kenny Neal und
Billy Branch wurde, die bis in den frühen Morgen
dauerte.
Pressebericht
von Richard Färber vom 10.07.2003 aus:
Rundschau
für den Schwäbischen Wald - Der Kocherbote
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