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Die einzige Konstante im Leben – oder:
„Es isch oifach magisch“
Hier
entlang zu den "Blue Notes" des Bluesfestes 
Bericht: Michael Schleicher
Das Publikum hört nicht nur mit den Ohren. Denn die Kulturschmiede
führt alle zwei Jahre ihren Gästen das Leben in vielen
Facetten vor und verspricht: „Da ist noch was.“ Und
um diesen Mehrwert der beiden Tage wird es in den folgenden 83 Zeilen
gehen
Wer das Festivalgelände betritt, sucht nicht nur einen satten
Sound sondern etwas, das wir hier einmal als „aktive Entspannung“
bezeichnen wollen. Ein Zustand also, der emotionales und körperliches
Wohlbefinden hervorruft. Dies kann ganz unterschiedlich geschehen.
Mancher hat am Freitag etwa das Programm bis spät in der Früh
betrieben, feucht feiernd. Und so kam es, dass ein besonders aktiv
Entspannter am Samstag - Volker Strifler hatte gerade die zweite
Runde eingeläutet - seine Wohnwagentür öffnete und
auf das „Guten Morgen“ der Wartenden mit einem leisen
„Ich komm’ später“ antwortete. Abgesehen
von jenen Jungs, die zu „Hell’s Bells“ von AC/DC
eine ruhige Partie Boule auf der Laufbahn am Sportplatz schoben,
hatten alle einen gemütlichen Start in den zweiten Abend. Beim
Hochfahren auf Betriebstemperatur blieb Zeit für Philosophisches,
etwa folgende - von den Umstehenden ohne Widerspruch akzeptierte
– Bemerkung eines Stammgastes: „Das Bluesfest ist die
einzige Konstante im Leben.“ „Das Bluesfest - und die
Liebe“ würde jetzt vielleicht jenes Pärchen rufen,
das sich am Freitag hinter dem Haupteingang des Gymnasiums (zu einer
Zeit, als dieser noch nicht von Federbetten blockiert war) offensichtlich
menschlich ein wenig näher gekommen ist. Sie befolgten, was
Sharrie Williams gut 24 Stunden später singend fordern sollte:
„Just you and me.“ Deshalb wenden wir nun auch den Blick
von den beiden ab und schauen hinein ins dampfende Zelt. Genauer:
zur Fresstheke. Dort gab es neben dem Bewährten eine Premiere
– der Waldkindergarten „Die Grünschnäbel“
brachte „Greenhorn’s Texas Chili“ unters Bluesvolk.
Wie zu erfahren war, wäre der Start jedoch beinahe durch einen
Fehler beim Aufbau verhagelt worden – ein Helfer nagelte die
Hufeisen mit der Öffnung nach unten an die Pfosten. Rechtzeitige
Aufklärung (sowie echte Hufnägel) kam von einem zufällig
anwesenden Fortuna-Experten: So ging das Chili geschmacklich nicht
den Bach runter, ein Kompliment gab’s gar von einer Besucherin
aus Texas sowie den freundlichen Hinweis, dass es nur die Kartoffeln
nicht wirklich gebraucht hätte: „Now it’s some-thing
between Gulasch and Chili.“
Nur wenige Besucher wollten indes irgendwie gar nicht entspannen:
Klar, dass wieder Kids unterwegs waren und versuchten, leere Gläser
zu sammeln, um Pfand zu kassieren. Ein junger Geschäftsmann
geriet dabei an eine Schreckschraube, die den Krug an die Brust
reißend, keifte: „Spinnst Du? Ihr versucht das doch
jedes Jahr. Hau ab!“ Ach ja, wir sprechen hier von Pfand in
Höhe von 50 Cent. Solche Zeitgenossen waren jedoch die Ausnahme,
weshalb das letzte Wort auch ein unbekannter Latrinenphilosoph haben
soll. Sich erleichternd erklärte
er im WC: „Es isch oifach magisch."
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