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Programmübersicht 2003Rückblick 2005Band-Informationen 1, 2, 3 ... 8The BluebirdsAlex Schultz Band feat. Finis TasbyJames Armstrong and BandRonnie Baker Brooks and BandVolker Strifler BandTutu Jones and BandSharrie Williams and the WiseguysJames Harmann Band feat. Junior Watson and Sax Gordon and Toni Lynn Washington

 

  

 

Bluesfest 2005 Rückblick

 

  
 

Blue Notes

 


Auf dem Bluesfest wird gemunkelt, der Gitarrist Alex Schultz habe per E-Mail versprochen, dass er sich in Gaildorf „den Arsch aufreißen“ werde – wenn die Gage stimmt. Aus Schultz’ Konzert und seinem späten Auftritt mit Ronnie Baker Brooks und James Armstrong schließen wir, dass die Kulturschmiede entweder tief in den Gagentopf gelangt hat oder – dass wir gar nicht mehr wissen wollen, wie es ist, wenn Schultz sich den Arsch aufreißt.

Beim Bluesfest trifft man nicht nur alte Bekannte, sondern auch alte Fährnisse. Die kleine Bodenmulde beim Bierausschank etwa, gleich rechts, wenn man ins Zelt hineinkommt. Es gibt nicht nur Einen, der seinen etwas unwürdigen Gang damit zu entschuldigen sucht, dass er in dieses „Sch . . .loch“ getreten sei. Dem Burschen, der gegen 11 Uhr mit vier leeren Bierkrügen Richtung Ausschank torkelte, haben wir’s aber nicht mehr abgenommen, zumal er meinte, das sei ihm nun schon zum vierten Mal passiert.

Einer, der sich alle zwei Jahre beim Bluesfest auf die Sonntagspredigt vorbereitet, ist der Bibersfelder Pfarrer Uli Enders. Am Freitag war er an seinem gewohnten Platz, also dicht vor der Bühne anzutreffen - bis zum Auftritt von James Armstrong. Dann erschien er bei einigen seiner Schäfchen, die sich weiter hinten im Zelt aufhielten und klagte, Armstrong habe ihm den Bierkrug voll geschwitzt. Die Predigt hätten wir uns angehört, wenn wir Zeit gehabt hätten.

Siggi Karcher hat sich entschuldigt. Und zwar dafür, dass er vor zwei Jahren einige Bluesfestbesucher verdächtigt hatte, den Teich im Schlosspark „zugemüllt“ zu haben. Er habe erfahren, sagte der Bluesfest-Ansager, ehe er am Freitag zum Auftakt die „Bluebirds“ auf die Bühne schickte, dass eine Abi-Klasse der Übeltäter war. Ein Freibrief zum Rumsauen, fügte er an, sei das freilich nicht.

„Die Einschläge rücken näher“, verkündete Bluesfest-Ansager Siggi Karcher mehrfach den Besuchern. Das klingt einigermaßen salopp, ist aber ernst gemeint. Karcher erinnerte an den Kulturschmiede-Vorsitzenden Frank Abrecht, der im Februar überraschend verstorben war. Und an Angela Altieri von den „Mudsliders“. 2001 war sie mit ihrer Band beim Bluesfest zu hören, vor kurzem ist sie dem Krebs erlegen.

Der Übergang fällt an dieser Stelle etwas schwer, allerdings gebietet uns die Informationspflicht zu reportieren, dass beim diesjährigen Bluesfest erstmals auch Schlangen vor den Herren WCs gesichtet wurden. Das sei, grummelte lautstark Einer, der ganz hinten von einem Bein auf das andere trat, bestimmt wieder so einer blöden EU-Verordnung zu verdanken. Andere fragten scheinheilig, wo denn die ganzen Bäume hingekommen seien.

Wem das abendliche Angebot beim Bluesfest nicht reichte, der konnte heuer im Schlossgraben zwischentanken. Dort hatten Handels- und Gewerbeverein und das Kaffeehaus am Schloss ein Zelt auf- und eine Bluesband hineingestellt. Und zwar die Timo Gross-Bluesband, die jüngst ein viel beachtetes CD-Debut abgeliefert und außerdem einen Gaststar dabei hatten: Siggi Karcher, Bluesfest-Ansager und, wie sich zeigte, durchaus brauchbarer Harpspieler. Es soll auch Leute gegeben haben, die bei dieser Band erst so richtig Appetit aufs Bluesfest kriegten - wenn das mal kein Kompliment ist.

Der glücklichste Bluesfest-Teilnehmer war übrigens James Armstrong. Der Musiker traf in Gaildorf seit Jahren seine Familie wieder, die in Skandinavien lebt. Seinen ersten Titel – irgendwas mit „Mean to me“ – widmete er deshalb seiner Ex-Frau, die strahlend hinter der Bühne saß. Und statt zu Jammen, wie sich’s gehört, tollte er lieber mit seinen Sprösslingen herum.

Volker „Wolfman“ Kunschner, Organist der Volker Strifler Band, hatte bei seinem Auf-tritt manchmal einen seltsamen Schlauch im Mund. Hernach, er aß gerade einen Kebap, wurde er zur Rede gestellt. Es handle sich um ein „optoelektronisches Wah-Wah“, sagte Kunschner, „was das ist, erklär’ ich dir gleich“, und verschwand unter Hinterlassung einer Zwiebelwolke. Warum er nicht wieder kam, erschloss sich dem Berichterstatter nach einigem Nachdenken: Er hatte Kunschner vor einigen Jahren schon einmal das Gleiche gefragt (und auch nicht begriffen).

 

 

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