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Vorstellung der am Samstag, 02.07.2005
spielenden Bands
Bericht:
Richard Färber, Der Kocherbote, 30.06.2005
Volker
Strifler
Große
Namen stehen in der Biografie von Volker Strifler: Chris Cain, Lowell
Fulson, Robben Ford. Er sei ein rares Talent, preist die Fachpresse
den Heidelberger, einer, der klingen kann wie T-Bone Walker oder
Stevie Ray Vaughan, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Er
ist kein Epigone, sondern ein Bluesmusiker, der alle möglichen
Einflüsse in sich aufzusaugen vermag, aber immer mit seiner
eigenen Stimme spricht. Strifler ging 1986 nach Kalifornien, um
vor Ort zu studieren, was ihn seit je begeistert hat: den Blues.
1995 veröffentlichte er seine erste CD, ein Jahr später
wurde er Mitglied der „Ford Blues Band“, mit der er
auf Tour ging. „Ein schöner Gitarrist, kraftvoller Sänger
und wundervoller ’Songwriter’“ sei Strifler für
ihn, sagte Robben Ford, und: Strifler habe alle Eigenschaften die
ein Musiker benötigt, um den Blues am Leben zu halten. In Gaildorf
spielt er mit Wolfy Ziegler (Bass), Stefan Bollack (Schlagzeug)
und Volker Kunschner (Keyboards).
Sharie
Williams & the Wiseguys
Rockin’
Gospel Blues“ ist das Metier von Sharrie Williams, und in
einem gewissen Sinn kennzeichnet dieser Stil auch ihren persönlichen
Weg. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in Saginaw
/ Michigan sang sie bereits als 12-Jährige im Gospelchor. Jung
ging sie auf Tour, wirkte bei Plattenaufnahmen mit, erhielt Stimmbildung
in Jazz, Gospel und Klassik. Jung stürzte sie ab, landete seelisch
und körperlich misshandelt in der Gosse. Und rappelte sich
wieder hoch – zu einer Karriere als Blues-Sängerin, die
Anfang der 90er Jahre begann und ihren Höhepunkt möglicherweise
noch lange nicht erreicht hat. In den letzten Jahren hat Sharrie
Williams zusammen mit ihrer Band „The Wiseguys“ auf
einer ganzen Reihe internationaler Festivals gespielt, und die Nachfrage
scheint vor allem in Europa stetig zu wachsen. Ihre Stimme - „ein
Cocktail der Emotionen“ – war auf Konzerten mit Dizzy
Gillespie, Buddy Guy, Koko Taylor, Charlie Musselwhite, Taj Mahal
und Solomon Burke zu hören – um nur einige zu nennen.
Zu den „Wiseguys“ gehören Pietro Taucher (Orgel,
Klavier, Gesang), Lars Kutschke (Gitarre, Gesang), Marco Franco
(Bass) und Clifford Jackson Jr. (Schlagzeug).
Tutu
Jones
„Familiär
belastet“ nennt man das wohl: Schon der legendäre Freddie
King soll über den kleinen Tutu Jones gestolpert sein, wenn
er seinen Freund und Mitmusiker Johnny B. Jones besuchte. Vater
Johnny B. war nicht der einzige Blueser, der im Jones-Haushalt rumhing
und so kam es, dass Tutu bereits mit viereinhalb Jahren am Schlagzeug
saß „und das nächste, an das ich mich erinnere,
ist, dass ich in einem Club in Dallas trommelte“. Das erste
Profi-Engagement als Drummer erhielt
er bei R. L. Griffin. Er blieb auch Drummer – bei Z.Z. Hill,
Al „TNT“ Braggs, Little Milton und Ernie Johnson. Dass
Tutu Jones auch ein brauchbarer Gitarrist sein
kann, stellte Joe Blue fest, mit dessen Gitarre Tutu in einem Club
in Oak Cliff bei Dallas herumhampelte. „Du solltest eine eigene
Band gründen“, sagt Joe Blue. 1994 nahm Tutu Jones seine
erste CD für JSP auf, zwei weitere Alben bei Bullseye
Blues folgten. Jones gilt heute als einer der Hoffnungsträger
des texanischen
Blues, genauer: für die explosive Mischung aus Soul und Modern-Blues,
die ihre Wurzeln in South-Dallas hat. Auch die Band, mit der Tutu
Jones beim Bluesfest auftreten wird, verspricht, explosiv zu werden.
Das Schlagzeug spielt Allen Kirk, an der Hammond B 3 sitzt Bruce
Bears, langjähriger Begleiter von Toni Lynn Washington und
Organist der Allstar-Band (unten), und den Bass spielt Felton Crews,
der auch mit James Armstrong auftritt.
Die Allstar-Band: Harman, Watson, Beadle,
Washington
Es
geht um Superlative, aber wir machen’s kurz: Es ist eine veritable
Allstar-Band, die das Bluesfest zum Abschluss präsentiert und
die dafür eigens eine Skandinavientournee unterbricht: James
Harman zählt neben Rod Piazza und Kim Wilson zu den besten
Bluesharp-Spielern der USA. Seit 1981 hat der heute 59-Jäh-rige
fast 30 Platten aufgenommen, Blueslegenden wie Freddie King begleitet
und Youngster wie Hollywood Fats und Kid Ramos unter seine Fittiche
genommen. Junior Watson, Gründungsmitglied der Mighty Flyers
und danach Mitglied bei „Canned Heat“ gilt als einer
der einflussreichsten und vielseitigsten Gitarristen überhaupt
(bitte die Plätze vor der Bühne für Gitarristen frei
halten, die weinen
wollen). Zuletzt hat Watson sich seiner Solo-Karriere gewidmet.
„Sax“ Gordon Beadle ist wohl einer der begehrtesten
Saxophonisten der Szene: stürmisch, hart, wenn’s sein
muss auch brutal. Der Saxophonist aus Detroit hat bisher bei mehr
als 100 Plattenproduktionen mitgewirkt und unter anderem mit Duke
Robillard, Jay MacShann und Jimmy Witherspoon gespielt. Die Sängerin
Toni Lynn Washington ist vom 17. Bluesfest bestens in Erinnerung.
1992 hat sie ihre zweite Karriere gestartet, abgeklärt und
mit großem Sinn für die Schönheit des Rhythm’
n’ Blues. Zu ihren musikalischen Begleitern und Partnern zählt
auch der Pianist und Organist Bruce Bears, der mit dem Bassisten
Marty Ballou und dem Schlagzeuger Stephen Hodges die Allstarband
bei ihrem exklusiven Deutschlandauftritt begleiten wird. Eine Konstellation,
die man nur selten live zu hören bekommt: James Harman, Junior
Watson, „Sax“ Gordon Beadle, Toni Lynn Washington.
Timo
Gross
Zuerst
die schlechte Nachricht: Die Bluessessionband spielt nicht. Nun
die Gute: Stattdessen kommt die Timo Gross Band aus Mannheim zum
gemeinsamen Konzert von Kulturschmiede, Kaffeehaus und Handels-
und Gewerbeverein zum Gaildorfer Samstag. Das Debutalbum „Down
to the Delta“ des Gitarristen und Sängers Timo Gross
wurde auf Anhieb zur CD des Monats bei „Bluesnews“ gewählt.
Timo Gross wird mit Frowin „Superfro“ Ickler (Bässe)
und Michael „Mick“ Siegwart (Schlagzeug), Alex Matthias
(Tasten) und Tom Schaffert (Gitarre) erscheinen. Und auch Bluesfest-Ansager
Siegfried „Siggi“ Karcher wird zeigen, dass er ein gewiefter
Sänger und Harp-Spieler ist. Das Konzert beginnt um 12 Uhr.
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