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Bericht: Richard Färber
Rundschau für den Schwäbischen Wald - Der Kocherbote 16.07.2011

 

  
 

Das Bluesfest ist jetzt in der Welt


Das 22. Gaildorfer Bluesfest ist seit zwei Wochen Geschichte. Vorbei ist es nicht: Auf Youtube, Facebook, der Homepage der Villa Erika in Bad Oeuynhausen und vielen weiteren Seiten wird munter weiter gefeiert.

Immer in Kontakt: Rick Estrin wählt eine Bluesharp aus. Estrin legte einen der beeindruckendsten Auftritte beim 22. Bluesfest hin.Der "echte Blues" müsse "schwarz sein und schwitzen", moniert Einer auf der Homepage des Bluesfestes und beruft sich dabei auf ein Lexikon, viele schwarze Musiker aber habe er in Gaildorf nicht gesehen. Die schlimme Folge: Das "richtige Bluesfeeling" habe sich nicht eingestellt. Viele Anhänger findet er mit solchen Thesen freilich nicht - genauer gesagt: gar keine. Hör halt besser hin, lautet eine der eher moderaten Antworten, "uraltes Geseiere", eine der etwas deutlicheren - "irgendwie bist du im ,mittelalter stehen geblieben."

Solche in der Tat überholte Einwürfe sind im Rückblick auf das 22. Gaildorfer Bluesfest, das gestern und heute vor zwei Wochen gefeiert wurde, indes eher marginal. Differenzierte Begeisterung überwiegt, wobei Janiva Magness und Walter Trout vielleicht noch am kritischsten gesehen werden - die Sängerin Magness wurde von vielen offenbar als distanziert empfunden, Trout wird hie und da angekreidet, dass er sich hinter Phon und Show eingemauert hatte. Freilich gibt es auch Fans, auf deren Gänsehäuten man Gemüse hätte raspeln können.

Autogramm-Stunde mit B.B. & the Blues Shacks. Die Band aus Hildesheim hat das 22. Bluesfest eröffnet. Verstecken mussten sich die Jungs nicht.All diese Statements, dazu unzählige Bilder und auch den ein oder anderen Filmclip findet man zuhauf im Internet, bei der Kulturschmiede ebenso wie unter Facebook und Youtube, im Bluesroad-Forum, unter aussensaiter.de oder auch unter musiker-board.de. Früher, in seinen Anfängen, war das Bluesfest halt vorbei, wenn der letzte Ton verklungen war; heute echot es auf ewig durchs worldwideweb.

"1,2 Millionen Klicks seit 2003" sagt Ulrich Meyer-Dengl. Er postet unter "villaerika.de" einer Seite der Boehmer Altenheimbetriebe in Bad Oeynhausen. Wer dort "Der Blues" anklickt, landet auf einer Seite mit dem Hinweis "Hobby von UMD". Dort gibts Veranstaltunghinweise, eine Liste der "Blues-Heroes", ein internes Musikarchiv, das sich Bluesradio nennt und eine Seite mit vielen Fotos und Clips.

Ulrich Meyer-Dengl leitet das Senioren- und Pflegeheim "Villa Erika". Zu viert seien sie heuer zum Bluesfest gefahren, berichtet er, übernachtet haben sie bei Bekannten und Verwandten im Süden. "Das hat sich dauerhaft so entwickelt". Der Großraum Hannover sei ohnehin gut vertreten beim Bluesfest. Die "Bluesgarage" Isernhagen sei wieder alleine 15 Mann hoch nach Gaildorf gereist.

Weils Internetseiten von Seniorenheimen wie Sand am Meer gibt, habe Meyer-Dengl sozusagen als Alleinstellungsmerkmal seine Bluesleidenschaft eingebaut, die er mit etlichen Villa Erika-Bewohnern teilt. Auch zwei ehemalige Plattenhändler wohnen dort: "Wenn ich die besuche, ist der Tag gelaufen."

Bluesfeststar und Bluesfestfan: Christian Dozzler (rechts), der am Bluesfestsamstag mit Robin Banks und Michael Strasser auftrat, nutzte seine freie Zeit auch, um fürs private Album zu fotografieren.Wir lernen: Nicht nur das Bluesfest, auch seine Besucher sind älter geworden. Hätte man den Machern vor 30 Jahren erzählt, dass dereinst Reisegruppen aus Seniorenheimen gen Gaildorf pilgern würden, sie hätten wohl nur ungläubig den Kopf geschüttelt. Dabei sind die Veteranen eigentlich nur bezüglich ihrer Kennerschaft in der Überzahl: Wer das Festival seit Jahrzehnten besucht, hat auch was zu erzählen und zu kommentieren. Die Jungen, die selbstredend auch da waren, hat man vor allem begeistert tanzen gesehen - vor und hinter der Bühne.

Eines aber eint sie alle: Das Lob der Kulturschmiede, der Stadt Gaildorf und ihrer Bewohner. "Die Mitglieder der Kulturschmiede und Heerscharen von freiwilligen Helfern stellen ein Bluesfest auf die Beine, dass nur eines wirklich verdient", schreibt Meyer-Dengl und haut auf die Feststelltaste für die Großbuchstaben: "UNSER ALLER RESPEKT UND DANKBARKEIT." Und aus Dänemark erreicht die Kulturschmiede eine e-Mail mit einem große rotes Herz: "Herzlichen Dank allen Bluesfestmachern. Wir lieben Euch dafür."
Die Kulturschmiede freuts: Zirka 5000 Besucher hat man gezählt und nebenbei registriert, dass schon wieder weniger Bier konsumiert wurde - da scheint also ein Trend vorzuliegen. Auch wirtschaftlich hat sichs getragen: Genaue Zahlen lägen zwar noch nicht vor, erklärt Werner Eichele von der Kulturschmiede, er gehe allerdings davon aus, dass die Kulturschmiede "vermutlich nicht drauf gelegt" habe. Bloß bei der immer wieder bange gestellte Frage nach der Zukunft des Bluesfestes bleibt er eher vage. Im Team gebe es Leute, die seien unentbehrlich, sagt er , und ohne die werde es schwierig, das Festival zu organisieren.

Beeindruckte Bluesfest-Neulinge: Aus Gnadental stammt dieses Trio, das es über ein Sponsoren-Ticket hinter die Bühne geschafft hat.Und dann ist das Schicksal des Bluesfestes auch mit der Kocherwiese verknüpft, über die irgendwann die Gaildorfer Umgehungsstraße führen soll: "Woanders", sagt Eichele, "machen wirs nicht."

Besondere Vorkommnisse gabs übrigens beim 22. Bluesfest keine, zumindest keine nennenswerten, und Beschwerden auch nicht, weder von Anwohnern noch von Besuchern - sieht man mal von Mary aus Leipzig ab, die sehr richtig bemerkte, dass die Toiletten "wieder nicht der Brüller" gewesen seien.

Den schönsten, schwärzesten und schwitzigsten Blues haben übrigens B.B. & the Blues Shacks und Mitch Kashmar, Alex Schultz und Band gespielt. Und den schrägsten Clip hat Willi "Wuff" Maes auf Youtube platziert. Den Drummer von Mitch Kashmar hats irgendwie nach Fornsbach verschlagen. 39 Sekunden dauert das Filmchen über das Sommerfest des dortigen Musikvereins, im Kommentar behauptet Maes in schwer verständlichem Holländisch, dass er sich gerade auf dem Gaildorfer Bluesfest befinde: www.youtube.com






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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